Detailansicht 2012

2011
12.5

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Im Fall der Alpenhaus-Lounge handelt es sich mit Sicherheit um eine der kostspieligeren Möglichkeiten, einen Schneesturm abzuwarten. Gut besucht war das Restaurant bei unserer Visite dennoch, anscheinend gelten auf mehr als 2000 Höhenmetern andere Maßstäbe. Umherfliegendes Besteck, unkoordinierte Serviceabläufe und hilflos wirkende Kellner erweckten eher das Bild eines Lehr- als das eines Luxusbetriebes. Das Gedeck um € 3,– beinhaltet zwei kleine Stück Gebäck, jedes weitere schlägt mit € 0,50 zu Buche. Die Küche bemühte sich redlich und startete zunächst mit einem Caesar Salad, der durch gebratene Streifen vom Perlhuhn ergänzt wurde. Die Cremesuppe mit Kürbis schmeckte angenehm süßlich, vom angekündigten Ingwer war allerdings kaum etwas zu merken. Ein Brezenauflauf begleitete die zarten, geschmorten Rindsbackerln, die im Gegensatz zum heimischen Forellenfilet keinen Grund zu Kritik boten: Das Fischfilet kam jedoch nicht wie angekündigt mit einer Kerbelkruste auf den Tisch, sondern mit einer dicken, spinatähnlichen Beschichtung, deren Zusammensetzung man nicht wirklich definieren konnte. Ein Quittensorbet, das angeblich mit Champagner verfeinert wurde, beendete unseren nicht gerade berauschenden Besuch.

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Alpenhaus Harald Seidler

Das Alpenhaus – modern, in alpinem Chic in Holz und Stein gehalten – ist sehr gelungen. Die Atmosphäre ist traumhaft, man sitzt auf der Terrasse und schaut auf die Berge. Auf 2300 Metern Seehöhe, mit Sonnenbrille und Felldecke ausgerüstet, fühlt man sich ähnlich wie in St. Moritz – also ziemlich angenehm. Man trinkt flaschenweise französischen Wein und isst Pasta mit Meeresfrüchten. Freilich: Was Meeresfrüchte heutzutage auf einer, wenn auch noblen, Skihütte zu suchen haben, ist die eine Frage, und ob man für einen Teller Pasta gerne knapp dreißig Euro bezahlt, die andere. Es gab auf der Karte allerdings auch Ansätze von regionalem kulinarischen Bewusstsein, etwa der gebackene Paznauner Bergkäse mit Wildkräutersalat oder ein Dessert mit Waldbeeren, deren Glaubwürdigkeit allerdings aufgrund von einerseits Rucola und andererseits Zucht-Erdbeeren ein wenig litt. Die Variation von der Forelle – gebraten mit knoblauchdominiertem Gurkenschaum, als Mousse sowie in Teigkruste frittiert – war aufwendig gestaltet und schön anzusehen, Geschmack und Konsistenz erschienen allerdings zweitrangig.

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