Diese Wirtschaft hat schon einmal einen der wichtigsten Grundsätze der Wirtschaft kapiert: Verknappung. So klein ist der Gastraum, dass sich die Gäste um die wenigen Tische im wahrsten Sinne balgen müssen. Das schafft in kurzer Zeit Kult-Status. Und tatsächlich muss man sagen: Ohne Lokale wie dieses würde das schöne Altaussee irgendwann einmal zu einem Schauhaus älterer, vornehmlich städtischer Gäste mit Trachtenverkleidung werden. Denn der junge, aufgeweckte Gast fand und findet hier bis dato nichts, bis auf die paar Jausenstationen rund um den See. Den Saibling, der ja nicht immer aus dem Altausseer See kommt, hatten wir hier natürlich auch, allerdings leider nicht im Ganzen, sondern als Filet. Vorher Carpaccio von einem Ochsen aus der Nachbarschaft. Die Speisekarte ist nicht groß, das Weinangebot ebenso wenig. Doch das hält die Ausseer nicht ab, der Bar abends ihre Aufwartung zu machen, dass es nur so scheppert und klirrt.
Wirtschaft Altaussee Othmar Purkhard
Das Sommerfrische-Revival beschert dem schönen Altaussee mehr und mehr Gäste, nur mit dem Essen haperte es immer noch. Zum Glück gibt’s seit einiger Zeit die Wirtschaft Altaussee. In unprätentiösem Holzambiente im zeitgemäßen Ausseer Stil – sehr angenehm die rückwärtige Terrasse – sorgt Othmar Purkhard mit seinem motivierten Team hier für Tafelfreuden. Das hat sich auch schon herumgesprochen, ohne Reservierung geht in der Hauptsaison gar nichts. Hirschschinken und Schnittlauch-Butterbrot zu Beginn, danach drei Menüs (alles auch à la carte) und eine kleine, aber feine Weinauswahl. Zu Recht empfahl der freundliche Service die gebratenen Garnelen mit Salat und Mango, eine erfrischende Kombination an einem warmen Sommerabend. Lamm- und Rindfleischgerichte überzeugten dank des Einsatzes hochwertiger, lokaler Produkte, bei den Beilagen (Gemüse-Couscous, Ofenkartoffeln) wäre noch mehr Ideenreichtum gefragt. Ordentlich auch die kleine Marillentarte, bestens der warme Schokokuchen mit Beeren.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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