Die Stadt Wolfsberg war, abgesehen von Restaurants in der Umgebung, ein weißer Fleck auf der kulinarischen Landkarte Kärntens. Das sollte jetzt anders werden, im Schloss über der Altstadt sind mit Christa und Fritz Stölzl zwei vom Almrestaurant Stölzl im steirischen St. Wolfgang am Zirbitz bekannte, engagierte Wirtsleute eingezogen. Den Gästen steht ein romantischer, historischer Saal zur Verfügung, eine zweistöckige Terrasse mit Blick auf Wolfsberg und das Lavanttal und der neu und modern gestaltete Barbereich. Die Speisekarte beschränkt sich mittags auf Klassiker, abends ist größere Oper angesagt. Aber dezent kreativ, der Koch konzentriert sich auf verfeinerte regionale und mediterrane Klassiker. Da überzeugte ein Pot au feu von Miesmuscheln und heimischer Forelle durch perfekte Würze, da wurden Fisch- und Rindscarpaccio gelungen auf einem Teller kombiniert, da freute man sich über exzellente geschmorte Rindsbacken mit knackigem Gemüse und cremiger Trüffelpolenta. Die Petersilienwurzelsuppe darf an Finesse noch etwas zulegen, der Bachsaibling harmonierte gut mit Rotweinbutter und Spinatflan. Die abschließende pochierte Portweinbirne bot mit Lorbeerblatt-Crème-brûlée und zartem Weißweinschaum einen würdigen Abschluss. Die fair kalkulierte Weinauswahl (auch Kärntner Weine werden glasweise ausgeschenkt) passt zum guten Eindruck, den wir fürs Erste mit einer starken Haube bewerten.
Schlossrestaurant Wolfsberg Christa und Fritz Stölzl
Das Schloss von Wolfsberg, hoch über der Stadt gelegen, ist zu einem Großteil für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Deswegen sollte man, wenn man im Schlossrestaurant speist, möglichst lange den einzigartigen Ausblick genießen. Die Speisekarte setzt – wo immer möglich – auf Produkte aus dem Lavanttal, so kann man sicher sein, hier frische Lebensmittel serviert zu bekommen. Erfreulich auch die Tatsache, dass man eine passable Auswahl an Kärntner Weinen bereithält, die es allesamt zumindest wert sind verkostet zu werden. Das Beef Tatar zu Beginn war mild gewürzt, der weiße Spargel genau auf den Punkt gekocht. Das Kalbsrückensteak überzeugte zumindest durch die Qualität des Fleisches, der gebratene Waller auf Erdäpfel-Sellerie-Püree und Jungzwiebeln durch die Gesamtkombination. Das abschließende Süppchen mit Topfennockerln als Einlage schmeckte leider gar nicht nach den angeblich geschmacksgebenden Hollerblüten. Da im Haus viele Feierlichkeiten stattfinden, empfiehlt sich unbedingt eine Reservierung.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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