Eine Neueröffnung, die Hoffnung gibt. Thaiküche vom Feineren bis Feinsten versprach das Patara den Wienern, und trotz allen Gemaunzes und Geraunzes vom Sterben der Luxusgastronomie in dieser Stadt: Das Angebot wurde angenommen. Das Patara bewegt sich ja sowohl beim Ambiente als auch bei Service und Preisen in einer ganz anderen Region, als der Städter es in Wien vom Thailaden ums Eck gewohnt war. Doch das scheint hier niemanden zu stören, ganz im Gegenteil. Wobei: Der Platz mitten in der Stadt war wohl nicht zuletzt ausschlaggebend, dass sich das neue Restaurant recht schnell zu einem In-Place entwickelt hat. Was man in Bangkok oder London schon einmal gekostet hat, gibt es auch hier. Rote, gelbe und grüne Currys, Spieße, Salate mit allerlei Nudelgerichten, alle Schärfegrade und dazu beste Produkte: wenn Garnelen, dann natürlich Wildfanggarnelen; wenn Rindfleisch oder Huhn, dann von ausgewählter Herkunft. Die Portionen sind riesengroß. Hungrig verlässt niemand das Lokal. Dass wir mit unserer Bewertung noch etwas vorsichtig sind, erklärt sich aus kleinen Leistungsschwankungen der Küchenmannschaft, die sich vielleicht noch in den nächsten Monaten einspielen muss. Ein gegrillter Salat mit zartem Rindsfilet, Zitronengras, Kräutern und von raffinierter Schärfe gefiel nämlich sehr, die vegetarischen Frühlingsrollen waren immerhin okay. Die bereits erwähnten Garnelen waren erste Qualität, allerdings in unterschiedlichen Garungsstufen serviert. Schade drum. Das grüne Curry hätte noch etwas mehr Schärfe und damit mehr Witz vertragen, Brokkoli und Austernpilze ebenfalls, das Ganze wurde auch irgendwie lieblos serviert. Sehr gut dann wieder die Desserts, gekonnt die Weinberatung und -empfehlung.
Patara Stefan Draxler
Schweißperlen auf der Stirn – keine Seltenheit, wenn man in Restaurants einkehrt, die sich auf die scharfe thailändische Küche spezialisiert haben. Im Restaurant Patara sorgte bei uns auch das überhöhte Preisniveau für eine Steigerung der Körpertemperatur. Nachdem wir uns gefragt hatten, wer bei diesen Preisen überhaupt eine Flasche Wein trinkt, servierte uns der Service schon den ersten Gang. Dieser bestand aus biederen Frühlingsrollen, mit Erdnusssauce servierten Hühner-Saté und würzigen Krabbenknödeln. Die folgende Ente wurde mit Reis, scharfer Sauce und Thai-Basilikum gebracht und gab keinen Anlass zu Kritik. Die abschließende Dessertauswahl hinterließ aber leider keine besonderen Erinnerungen, eigentlich kein Wunder bei einem asiatischen Restaurant. Vielleicht sparen wir nächstes Jahr lieber auf einen Urlaub in Thailand?
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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