Die kulinarische Vielfalt Spaniens ist im zwölften Stock des Parkring Hotels das bestimmende Thema. Ein Glas Cava, Schinken vom Iberischen Schwein, Estofado vom grünen Spargel und ein atemberaubender Blick auf die Innenstadt von Wien – so kann man das Leben genießen. Eine Samtsuppe von heurigen Erdäpfeln und knusprig gebratene Jakobsmuschel mit Ingwer-Karotten-Püree waren gelungene Vorspeisen. Auch die Verbeugung vor der maurischen Vergangenheit der Iberischen Halbinsel, eine mit Nüssen gebratene und mit leicht süßlicher Sauce servierte Hühnerbrust, gelang der Küche ausgezeichnet. Das „Delicioso“ vom Weizer Lamm und kleine Bällchen vom Faschierten, Albondigas genannt, war ein geschmacklicher Genuss. Auch die Desserts zeigten Einfallsreichtum: Eine Vanillemousse in der Mandelhippe mit Zwergorangen sowie ein Cava-Holunderblüten-Sorbet mit Waldmeistergelee brachten erfreuliche Abwechslung in den oft tristen Nachspeisenalltag.
Das Schick Dr. Martin Schick
Das vor zwei Jahren neu aufgestellte Hotelrestaurant des Hotel Am Parkring hat zweieinhalb Gutpunkte vorzuweisen. Als da wären: Eine Lage in der direkten Luftlinien-Verbindung zwischen Palais Coburg und dem Steirereck im Stadtpark kann einfach nicht ohne Auswirkung bleiben; ein Restaurant im zwölften Stock ist in Wien, wo man es gerne bodennah bis unterirdisch hat, spektakulär; und die hier seit 2010 praktizierte österreichisch-iberische Fusionsküche ist zumindest kurios und nicht das, was man in Hotelrestaurants sonst an Banalitäten zu essen bekommt. Die Atmosphäre ist intim, die niedrigen Räume des 60er-Jahre-Hochhauses wurden mit moderner Hotelrestaurant-Standard-Einrichtung gut aufgefrischt, der Blick von den Tischen an den Fenstern ist sagenhaft. Als Gruß aus der Küche kam Gurkenmousse mit Bonito-del-Norte-Parfait, appetitlich, die „Vorspeise vom Lamm & Ziege“ – mürber Zackelschaf-Rohschinken, Mohn-Pesto und schon wieder Mousse, diesmal vom Ziegenkäse – gelang mittel-originell. Die Consommé vom Almo war bedeutungslos, das Tirolerknöderl mit Cecina de León, einem fantastischen Rindsrohschinken, etwas übermotiviert und vielleicht nicht die beste Art, mit diesem Produkt umzugehen. Die spanische Variation vom Steirerhuhn offerierte eine in Rotwein geschmorte Keule, gut, eine trocken gebratene Brust in einem Sarkophag aus Mandel-Panier und ein vortreffliches Spießchen in grüner Sauce (die zu essen der Löffel fehlte). Über das Krokantparfait muss man nicht viele Worte verlieren. Teilweise gute Ideen und tolle Produkte, aber viel zu viel Spielerei und sinnloser Schmonzes.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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