Detailansicht 2013

2012
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2012.


Nach Angabe der eigenen Website soll man im Restaurant UNO auf internationalem Niveau speisen können. Was dies konkret auch immer heißen soll, eines ist leider sicher: Das Servicepersonal des Hauses zeigte sich sehr gelangweilt und lieferte nur die absolut notwendige Leistung. Das mit Bärlauch marinierte Carpaccio sowie die Brunnenkresse-Velouté mit gegrillter Jakobsmuschel entschädigte angesichts der Qualität und auch der gebratene Rotbarsch mit Frischkäseravioli sowie die „sous vide“ gegarte Lammkeule in Bärlauchsauce mit Gratin von blauen Kartoffeln und buntem Babymangold waren um einiges besser, als dies der Service je vermuten hätte lassen. Das Ananas-Mascarpone-Törtchen mit Kokos-Limetten-Sorbet sorgte letztendlich endgültig für zufriedene Gesichter. Das Weinangebot könnte interessanter gestaltet werden.

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UNO

Zweifellos ist die Zone unmittelbar nach der Reichsbrücke die internationalste Meile Wiens. Die harmlose Wagramer Straße wird plötzlich zur sechsspurigen Avenue, das Nebeneinander von Wolkenkratzern, Tankstellen und Autohäusern würde auch am Stadtrand von Toronto oder Chattanooga nicht weiter auffallen. International im Sinne von professioneller Austauschbarkeit ist auch das Restaurant des Arcotel mit seiner Speisesaal-Architektur, den ein wenig zu roten Ledersesseln und dem Blick durch eine Alufensterfront auf die Alte Donau. Die Speisekarte geizt nicht mit aufwändigen Einträgen („Tatar vom steirischen Jungrind an wachsweichem Wachtelei mit gegrilltem Rhabarber und warmem Kräuter-Brioche-Stangerl“). Offenbar sieht das Konzept vor, dass unter Einsatz von State-of-the-art-Küchentechnik und durchaus hochwertigen Grundprodukten Gerichte entstehen sollen, die spektakulär auf dem Teller liegen und zugleich jedem Risiko aus dem Weg gehen. Alpenlachs wurde auf dem Salzstein gebraten, schmeckte köstlich und ließ das wenig aromatische Frischkäse-Brennnessel-Tascherl daneben vergessen. Saltimbocca vom Perlhuhn war, wie auf der Karte vermerkt, sous-vide gegart, wurde in einem Ring aus Tramezzini-Brot präsentiert – aber von einer unstimmigen Mischung aus Bärlauchrisotto und warmem Pfirsichchutney begleitet, die sich miteinander und mit dem Fleisch einfach nicht vermählten. Überraschend herzhaft die gebackenen Topfentascherl, die trotz Holunder-Espuma erfreulich wienerisch schmeckten.

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