Detailansicht 2013

2012
13 Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2012.


Der Wirt z’Kraxenberg – direkt an einer stark befahrenen Bundesstraße gelegen – bietet ein kurioses Angebot. Bei Vorbestellung des Innviertler Surbratens erhält man, sofern man eine mindestens sechs Personen große Gruppe ist, eine Stunde Kegeln oder eine Runde Schnaps gratis. Unsportlichere Zeitgenossen kommen hingegen auch alleine oder in kleinerer Begleitung – zumindest kulinarisch – auf ihre Kosten. Der mit Balsamico marinierte Blattsalat mit in Sesamkruste gebratener Hühnerbrust war nicht nur entsprechend angerichtet, er schmeckte auch ausgezeichnet. Das Beuschel wurde durch einen gebackenen Leberknödel und Spiegelei ergänzt und die Schweinsmedaillons mit Spargel durch eine sämige Sauce hollandaise. Einzig die heiß dazu servierten Erdäpfel hätten noch mehr von dem angekündigten Liebstöckel vertragen. Trotz der üppigen Portionen wurde auch das Dessertangebot einer genaueren Kontrolle unterzogen und das Schokolade-Nougat-Törtchen bestand den Test ebenfalls bestens. Ambitionierte, wenn auch ausbaufähige Weinkarte.

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Wirt z'Kraxenberg Sibylle Lang und Florian Schlöglmann

Der Wirt z’Kraxenberg ist im Innkreis eine lokale Institution. Dementsprechend schwer fällt es, hier am Sonntag zu Mittag einen Platz zu ergattern. Die Karte bietet klassische österreichische Gasthausküche auf überdurchschnittlichem Niveau mit erfreulichen Ausflügen ins Mediterrane. Wir wählten die Bärlauchsuppe, recht fein und sehr geschmacksintensiv, auch das Prosciutto-Stangerl passte gut dazu. Als Hauptgang bestellten wir Wolfsbarschfilet mit Olivenrisotto, das uns sehr gut gefiel – delikat cremig, pikant und schön al dente. Der Fisch hätte eventuell einen Hauch mehr Salz vertragen, war aber mit seinem schönen, leicht glasigen Kern auch gut gelungen. Mit Gewürzöl aromatisiertes, fein geschnittenes Zucchini-Tomaten-Gemüse verlieh dem Gericht eine mediterrane Note. Saftig dann die Lammkrone, die Bärlauchpolenta dazu vielleicht etwas zu mild. Als Abschluss wählten wir ein Erdbeer-Tiramisu, das wesentlich leichter und frischer ausfiel als der klassische Bruder. Fazit: eine Küche, die das Handwerk beherrscht und auf regionale Produkte setzt, dazu ein freundlicher Service.

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