Pri Lojzetu
Schloss Zemono beim Ort Vipava ist eine Hochburg innovativer slowenischer Kulinarik. Tomaz Kavcic mixt Traditionsbewusstsein mit molekularen Akzenten. Das Restaurant ist stilvoll möbliert, besonders schön speist man hier im Sommer unter den Schlossarkaden. Leider scheint dieser Platz auch den Fliegen gut zu gefallen. Zum hausgemachten Brot (in Buchtel-Form) wurde Krenmayonnaise gereicht, beim Amuse gueule spielte ein etwas wässriger Erdapfel die Hauptrolle, gewickelt in gebratenen, aber unknusprigen Prsut (Rohschinken), begleitet von feinem Melonensüppchen und Käsecracker am Stiel. Optisch aufwändig die Fischvorspeise: grob gewürfeltes, würziges Tunatatar im Blechdoserl, kurz gegarte Kvarner Scampi mit Erdbeersauce, zarte Scheiben vom Kalmar mit Erdbeeren und Sardellen auf Brotcrackern und „Basilikumluft“ in Schäumchenform – eine geschmacklich schlüssige Kombination. Eine „Aromenbombe“ die Wiesensuppe mit frischen Kräutern, Fischragout- und Frischkäseeinlage, spannend die dicken Spaghetti aus Gnocchiteig mit Scampisauce und Brennnesselpesto. Den Fisch im Salzteig hat Kavcic weiterentwickelt: Er grillt die Goldbrasse auf einem mit Gemüsearomen angereicherten Salzblock, das Ergebnis ist wunderbar zart, Zucchini und Apfel fungieren als erfrischende Beilagen. Ausgezeichnet die kompakte Wurzelsauce zum leider sehr flachsigen Gulasch vom Wildschwein, extralight die Früchteminestra mit Vanilleeis und Walderdbeeren, großartig auch das Schokosoufflé auf Vanillesauce. Der Weinbegleitung darf man sich getrost anvertrauen, sie führt kompetent durch Sloweniens Weinregionen, zu denen auch das Vipava-Tal mit einigen interessanten Winzern zählt.
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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