Der Weg zu diesem Restaurant war diesmal etwas „steinig“ – eine Großbaustelle, selten geöffnet (nur abends ab 19 Uhr), keine Speise- und Weinkarte. Der Service, unter der Leitung des Eigentümers Darko Rodica, war aber nicht nur hochgradig motiviert, sondern auch kompetent. Daher entschlossen wir uns bei der Vorspeise für ein Haifischcarpaccio mit Trüffel und Eierschwammerln sowie Gamberi im Glas mit Melone, Zucchini, Cherrytomaten. Etwas eigentümlich war der Effekt, mit dem diese Speise serviert wurde: umhüllt von Dampf, der den ganzen Tisch einschloss. Nun ja, Geschmacksache. Die zweite Vorspeise, Gamberi in Lardo mit Polenta und insbesondere marinierte Gamberi mit getrockneten Eierschwammerln und einem ausgezeichneten Couscous war überzeugend. Als Zwischengerichte probierten wir Ravioli mit Seeigel mit Akazienhonigsauce, ebenfalls sehr gelungen. Hingegen überhaupt nicht gefallen haben die grünen Fusilli mit Eierschwammerln und Gamberi, die Pasta nicht al dente und viel zu viel Sauce. Als Hauptgericht hatten wir St. Petersfisch, in Pergamentpapier gehüllt und von Gemüse und Erdäpfeln begleitet, sah nicht nur sehr gut aus, sondern schmeckte auch so. Wie schon erwähnt, fehlte auch eine Weinkarte und die Weinauswahl war nicht wirklich interessant. Nachdem das Restaurant offensichtlich überwiegend von italienischen Gästen besucht wird, hoffen wir, dass Herr Rodica in Zukunft weniger auf „molekular“ gibt und mehr auf „Slow Food“.
Za Gradom
Das Restaurant findet sich in einer Villa auf einem Hügel bei Koper und ist nicht leicht zu finden. Gar nicht zu finden ist hier die Speisekarte – es gibt keine, der Wirt trägt mündlich vor. Das Thunfischtatar mit Waldbeeren ist von bester Qualität und grob gehackt, die Beeren harmonieren gut mit dem Fisch, die Schlagobershaube ist aber deplatziert. Schlüssiger das Carpaccio von hauchdünn geschnittenen Kvarner-Scampi und Jakobsmuschel, in erfrischender Begleitung von Ribisel, Melone und Vogerlsalat. Beim Duett von Wolfsbarsch und Seeigel geht der Seeigel geschmacklich leider unter. Die warme Kombination aus Jakobsmuschel und Lardo will auch nicht harmonieren, der Speck erschlägt die Muschel. Ausgezeichnet dagegen die Fuzi (istrische Pasta) mit sämiger Sauce aus Nero di sepia, Trüffel, Pilzen und Scampi. Sehr saftig und diskret der auf einem Salzblock gegrillte Wolfsbarsch, weniger passend die zu lauten Beilagen: Braterdäpfel und frittierte Petersilie. Tadellos dann der süße Abschluss: Topfencreme mit Limoncello und kandierten Oliven, da passt alles. Die Weinauswahl ist klein, der Hauswein von Puzer aus Nova Vas gut und günstig.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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