Hohensinn
Josef Hohensinn, einmal da, einmal dort, jetzt hat er hoffentlich eine Bleibe gefunden, wo es ihn längere Zeit hält. Und hier, an diesem schönen schlichten Ort scheint das tatsächlich auch der Fall zu sein. Schon die Benennung des Restaurants deutet ja darauf hin. Hohensinn gilt unter seinen Fans als einer der Besten, wenn es um die Wiener Klassik geht. Sein Riesling-Beuscherl nach Reinhard-Gerer-Manier ist wirklich unübertrefflich. Auch die Kübelspeck-Knödel mit vorbildlich knackigem Kraut zählen zu den Musts. Doch auch wenn er Blinis zum Saiblingskaviar bäckt, bleibt kein Wunsch offen. Wir hatten dann noch gebackenen Kalbskopf mit einem wiederum gekonnt gemachten Erdäpfelsalat und Saibling, mariniert, auf Gurkentatar. Denn neben Innereien und herzhaften Wiener Klassikern ist auch das Thema Fisch dem Herrn in der Küche ein Anliegen. Das kann einmal ein Neusiedlersee-Zander sein, Prachtexemplar, mit Paprika-Schaum und Erdäpfelkruste, oder eine Dover-Sole von beeindruckender Größe. Hohensinn hat einfach ein Händchen für vieles: Auch das Filet „Strindberg" – für unsere jüngeren Leser: mit einer Senf-Kruste – schmeckte nämlich sehr gut. 15 Punkte wären da durchwegs denkbar, da müsste aber mehr Kontinuität gegeben sein, auf die man sich bei gut besuchtem Lokal einstweilen noch nicht verlassen kann.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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