Detailansicht 2013

2012
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2012.


Mino Zaccaria, ein Midas in der Wiener Gastronomie. Wo er auftaucht, wird es was. Das hat er vor allem im Procacci bewiesen, das brummt wie ein Ferrari-Motor. Im Amarantis ist er jetzt sein eigener Chef. Das Restaurant bringt architektonisch ein leichtes Eighties-Revival mit strenger Zurückhaltung bei den Farben und einem ironischen Yuppie-Chic. Schon perlt der Champagner im Glas. Der Blick in die Karte verrät: von Abzocke, wie man sie in der City immer wieder erlebt, keine Rede. In Anbetracht dessen, was hier serviert wird, kann man sogar von einem wirklich günstigen Restaurant reden, das aber das Zeug hat, in der oberen Liga mitzuspielen. Carpaccio vom Kalbskopf mit Paradeisern, Ravioli mit Krustentieren in einem leichten Fond mit Gemüse, Kalbsbeuscherl mit Meeresschnecken, Seeteufel, zubereitet wie ein Ossobuco, also mit einer traumhaft aromatischen, erfrischend zitronigen Sauce. Ein Dessert aus Erdbeeren und Rhabarber. Das gefällt, ist gut ausgedacht und umgesetzt, und wir prophezeien dem Patron und seiner Mannschaft einiges an Gästen und Arbeit für die nächste Zeit.

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Amarantis Cosimo Zaccaria

Irgendwie scheint ein erheblicher Teil des Wiener Publikums auf Italo-Kost der simpleren Art zu stehen, die entsprechenden Adressen sind brechend voll. Die Küche im Amarantis ist etwas für Fortgeschrittene. Patron Mino Zaccaria und Küchenchef Thomas Wohlfarter heben selbst Klassiker wie Büffelmozzarella mit Tomaten mit ein paar kreativen Kniffen in neue Dimensionen. Doch eigentlich sollte man sich hier auf die ganz eigenständige mediterrane Linie des Hauses einlassen. Die klare Bouillabaisse spielt in der Liga der feinsten Fischsuppen der Stadt. Lauwarm marinierter Hummer liegt in einem Krebssud mit frischen Zitrusnoten, dazu gibt’s Chicoree und junge Erbsen – viel feinfühliger kann man mit diesem Krustentier kaum umgehen. Das Milchkalbsbeuschel mit Meeresschnecken, baskischem Paprika und luftigem Ricottanockerl gilt zu Recht als "Signature dish" des Hauses. Der Rochenflügel mit Fenchel, Vongole und Avocado-Agnolotti ist ein Beleg dafür, wie Wohlfarter es versteht, aus einzelnen Zutaten ein großartiges Miteinander zu produzieren. Und auch bei der Patisserie hält die Spannung an, Kokos-Panna Cotta mit Orangen, Karotten(creme) und Kardamom erweist sich als optisches und kulinarisches Kunstwerk in Weiß mit einem Hauch Orange. Besonders angenehm: die Architektur mit großzügigem Abstand zwischen den Tischen und der schöne Gastgarten mit Museumsblick

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