Günther Plankensteiner ist wieder an seinen Ausgangspunkt zurückgekehrt. Nach seiner Erfahrung in der gehobenen Hotellerie, betreibt er aufs Neue seinen einstigen Leuchtturm, jetzt unter dem Namen Zum Turm. Die Stärken des Kochs sind dieselben geblieben: Präzision in der Verarbeitung, Vorliebe für mediterrane Geschmäcker und Hochachtung vor außerordentlichen, regionalen Produkten. Plankensteiner setzt in seinem neuen Lokal bewusst auf eine geradlinige, einfache Machart zu sehr fairen Preisen – ohne dabei die Qualität außer Acht zu lassen. Das Acquerello-Risotto (eine besondere italienische Reis-Marke, die Plankensteiner seit eh und je einsetzt) mit Petersilienpüree, eingelegten Peperoni und Calamari ist auf den Punkt genau getroffen, die Calamari gut durchgebraten und die eingelegten Peperoni fast schon von süßer Machart. Leicht pikant und von hervorragender Fleischqualität zeigte sich das gegrillte Zwerghuhn mit kandierten Zitronen und Gemüsegröstel. Der leicht-luftige Kaiserschmarren mit Preiselbeeren und hausgemachtem Vanilleeis ist eine Huldigung an die kulinarischen Traditionen Südtirols. Kurzum: Plankensteiner präsentiert eine unprätentiöse, zeitgeistige Küche, die aber stets noch die Verbindung zur Region sucht und auch gekonnt findet.
Zum Turm Günther Plankensteiner
Wer ist Lehrling? Jedermann. Wer ist Meister? Der, was ersann. Frei nach Goethe lässt sich über den vormals beinahe experimentierwütigen Günther Plankensteiner sagen, dass jetzt seine besten, reifen Jahre am Herd beginnen. So wie der erfahrene Saucier weiß, dass es in seinem Reich hauptsächlich um Essenzen geht, so hat auch Plankensteiner nach dem Neustart in seinen zauberhaften Stuben die Speisekarte auf das Wesentliche reduziert. Jetzt ist der Turm, besonders zur Mittagszeit, für die Pusterer endlich ein Dorfgasthaus, wo man unvergleichlich würzige Ahrntaler Schlutzkrapfen mit Graukäse, aber auch Meeresspezialitäten zu fairen Preisen genießen kann. Unsere Rote-Rüben-Knödel waren meisterhaft durchdrungen von Farbe und dezentem, mit Kümmel abgestimmtem Rübengeschmack. Das Aquerello-Risotto aus hochwertigem, bis zu einem Jahr gereiften Reis mit Radicchio aus Verona gefiel durch bissfeste Konsistenz sowie durch die typischen Radicchio-Gerbstoffe, die mit seidiger Bouillon-Essenz gut ausbalanciert waren. Ein feines Süße-Säure-Spiel bot die Zitronencreme im Duett mit dem fabelhaften, schwach gezuckerten Schokoladesorbet.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität
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