Schlossstern Velden
Der Prinz, der das in seinem schwarzsilbernen Prunkambiente entschlafene Restaurant Schlossstern wachküsste, heißt Stefan Lastin, war zuletzt in der Spitzengastronomie am Arlberg und in Niederbayern tätig und bewältigte seine neue Herausforderung in wahrhaft märchenhafter Manier: Im Spannungsfeld zwischen viergängigem Kärntner- und siebengängigem Schlosssternmenü, zwischen gekochtem Rindfleisch und Gänseleber, zwischen „Kärntner Laxn“ und Thunfisch, entfaltete sich seine detailverliebte, leichtfüßige Kunst, die es versteht, aus schillernden Geschmacksfacetten veritable Kleinode zu schaffen, wobei gerne ein Hauptmotiv anmutig abgewandelt wird. Das manifestierte sich bereits in einer reizvollen Kurzabhandlung zum Thema Ente in Gestalt eines ungewöhnlich aufwendigen Amuse bouche, bestehend aus intensiver Essenz, in der auch noch ein feinmembraniges Teigtäschchen Platz fand, einer mit Lebermousse gefüllten Herzkirsche sowie einem köstlichen Fleischbällchen, setzte sich fort beim Wörthersee-Saibling in den Erscheinungsformen Filet und Carpaccio und gipfelte im „Besten vom Mölltaler Milchkalb“, einem fein strukturierten zartrosa Gustostück in Kräuterkruste zwischen Würfeln von Kalbskopf und -wangen. Dazwischen funkelten Solitäre wie eine phänomenale Delice von der Biogänseleber mit Holler oder der Atlantiklangostino auf samtigem Petersilien-Pastinaken-Püree. Nach einem Zwischengang mit optimal gereiften Käsesorten, bei dem der junge Sommelier seine auch auf diesem Sektor profunden Kenntnisse demonstrierte, ohne einen Augenblick belehrend zu wirken, ging es mit Variationen von Bauerntopfen und Erdbeeren ins stilgetreue Finale. Ein Pauschallob verdiente auch das übrige Serviceteam, das sich ungeachtet feierlichen Outfits und exakter Choreografie eine herzerfrischend natürliche Freundlichkeit bewahrt hatte.
Mit einem im ausklingenden 16. Jahrhundert nicht selbstverständlichen Feingefühl für landschaftliche Schönheit erbaute Bartholomäus Khevenhüller am Westufer des Wörthersees ein Renaissanceschloss, das sich zu einem beliebten Treffpunkt für Adel, Politik und Kunstszene entwickelte, bis 1762 ein Brand der Herrlichkeit ein vorläufiges Ende setzte. Seit dem Wiederaufbau durch den Wiener Industriellen Wahliss um 1890 steht das Gebäude, abgesehen von einer kurzfristigen Privatisierung, permanent im Dienst der Spitzenhotellerie, und Generationen von Innenarchitekten mögen sich die Köpfe über die jeweils zeitgemäße Adaptierung zerbrochen haben. Dass dies zuletzt erfolgreich der Fall war, zeigt die stilvolle Einrichtung vom Standardzimmer bis zur Kaisersuite, die mit LCD-TV, WLAN sowie Touchpanel-Steuerung für Beleuchtung und Vorhänge ausgestattet sind. Zusätzlich stehen fünf Tagungsräume und ein Ballsaal zur Verfügung.
Höchste Kreativität und Qualität, bestmögliche Zubereitung
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