Detailansicht 2014

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Didi Dorner

Hinter einem großen alten Tor, orange mit schwarzem DD-Monogramm, lauern Unterwerfung und Glückseligkeit. Nur zehn Gäste finden Platz, mit etwas Glück auf dem Gartenbalkon mit Brunnengeplätscher unterm Kastanienblätterdach. Und sonst halt drinnen, in gutem Design mit massenhaft dubioser Kunst an den Wänden. Streng ist das Auswahlkorsett: Abendmahl klein, klassisch oder groß. € 99,-, € 145,- oder € 195,-, mit Weinbegleitung oder Gutschein zur eigenen Wahl. Fleisch oder Fisch. Immerhin fragt Dorner, Koch und Kellner in Personalunion: „Abneigungen, Allergien?“ Der ehedem junge Wilde, von manchen Gästen als zeitweise verhaltensoriginell beschrieben, ist bei unserem Besuch ein charmanter, zugewandter Patron, der statt Experimenten grandiose Ergebnisse liefert. Den Menü-Kanon, durch zahllosen Zwischengaben erweitert, eröffnen eine Rohnensulz mit Saiblingskaviar, gebeizter Lachs, Blutwurst und Speck. Alles fein. Das geeiste Trüffelei mit Forellenkaviar erweist sich als erste Sprosse einer Himmelsleiter, das Tässchen Apfel-Spargel-Suppe mit einem Hauch Kernöl führt weiter, und nach der Jakobsmuschel mit Spargelspitzen in Orangen-Buttermilch-Sauce waren wir endgültig über den Wolken. Mit einem gedämpften Zander auf Paprikaschaum und Eierschwammerln setzte sich der Höhenflug fort: Mehr Ehre kann man einem Tier nicht erweisen, als seine Schöpfung in der Küche fortzusetzen. Erstklassig waren die Käseberatung und -auswahl. Detto die süßen Desserts. Im Zuge der gelungenen Weinbegeitung lernten wir auch einige, uns bisher zu Unrecht unbekannte Winzer kennen. Fazit: Mit etwas Geld und Gehorsam kann man in ein irdisches Paradies gelangen.

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