Detailansicht 2012

2011
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2011.


Am Beginn der Fußgängerzone im historischen Gebäude des Hotels Stadt Melk befindet sich Tom’s Restaurant. Familie Wallner bietet hier in angenehmer Atmosphäre und ländlicher Gediegenheit eine kreative und experimentierfreudige Küche mit einer kleinen, zum Teil anspruchsvollen Karte. Wir begannen mit einer köstlichen Sulz vom Spanferkel mit Käferbohnen und kleinen Linsen. Die karamellisierte Bauernente mit Grammelknöderl und feinem Sauerkraut schmeckte hervorragend und bewies den gekonnten Umgang Thomas Wallners mit Aromen. Zum Abschluss genossen wir noch zarte Strudelblätter mit Zimtschaum und Rhabarber. Der Service war aufmerksam und wies auch mehrfach auf die umfangreiche Auswahl bei glasweise ausgeschenkten Weinen hin. Die Trennung des Nichtraucherbereichs von der Raucherzone ist allerdings ungenügend. Im interessanten und besuchenswerten Weinkeller finden Weinseminare und Verkostungen statt.

Die zentrale Lage des Hotels am Fuße des Stiftes Melk ermöglicht auch Spaziergänge in die malerische Altstadt des Orts und in die nahen Donauauen. Neben der nett gestalteten Terrasse kann der Gast auch Kaffeehaus, Eissalon und das Restaurant nutzen. Einige Zimmer mit Balkon bieten einen schönen Ausblick zur alten Pfarrkirche und zum Stadtplatz.

2010
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2010.


Irgendwie hat man den Eindruck, dass da seit Jahren ein großes Talent im Verborgenen blüht. Woran das liegt? Vielleicht an der Adresse, die ein wenig außerhalb der Celebrity-Fress-Meile der Wachau liegt, vielleicht auch am Ambiente des Hauses, das manchmal etwas kunterbunt wirkt und die Anstrengungen und Vorstellungen des Küchenchefs nicht so unterstreicht, wie es sollte. Da wirken dann die schwarzen Schieferteller, auf denen manches angerichtet wird, mehr putzig als elegant. Doch was da serviert wird, hat Schliff und Geschmack. Beeindruckend schon die Amuse gueules, perfektes Handwerk mit einer Tendenz zum Filigranen. Ein Saiblingstatar mit Kaviar etwa war schon sehr okay, detto eine Fischterrine mit Pumpernickel, Zitronenair (!) und Kräutersalat. Auch die Gänseleber in drei Versionen – mit Pumpernickel, als Créme brûlée und als Eis – gefiel uns sehr, und was noch wichtiger war: sie schmeckte auch, begleitet von einer kleinen Scheibe knuspriger Brioche und einem Gläschen Holundergelee. Ein Koch, der mit Aromen umzugehen versteht – heutzutage keine Selbstverständlichkeit. Das Reh war dann fast perfekt, wunderbar ergänzt von einer cremigen, gekonnt abgeschmeckten Sauce mit Stein- und anderen Pilzen, witzig konterkariert durch die Säure und spitze Aromatik des Powidls und schön klassisch begleitet von einem Semmelknödelauflauf. Die finale Empfehlung lautete schließlich: Schokolade. Und wir müssen sagen und schreiben, dass unter den vielen flüssigen Schokoladenkuchen, die wir in den letzten Jahren essen durften, nur wenige waren, die so gut schmeckten wie dieser. Kompliment! Der 16. Punkt wartet schon. Eine Bitte zum Schluss: etwas mehr Engagement bei der Weinempfehlung.

2009
15 Hoher Grad an Kochkunst, Kreativität und Qualität

Bewertung aus
GAULT MILLAU Österreich 2009.


Patchwork-Gastronomie. Das Gebäude, auf dem in weithin lesbaren Lettern "Stadt Melk" zu lesen ist, beherbergt nicht nur Tom's Restaurant, sondern auch Tom's Kaffeehaus und im Sommer sogar Tom's Eisdiele. Doch wegen eines Eis-Stanitzels sind wir nicht hier. Im Inneren des Hauses setzt sich eine, sagen wir, gewisse Unentschlossenheit fort. Will der Küchenchef lieber dem Gott der Kreativität huldigen oder dem der klassischen Wirtshausküche? Da steht ein sieben- oder achtgängiges Menü und dann eine Spalte mit dem seltsamen Titel "Legere", wo sich neben dem Donauschill auf Kutteln auch weniger anspruchsvolle Gerichte finden. Manches, was halt so in der modernen (oder modischen?) Küche dazugehört, findet sich auch hier, die Chorizo-Wurst zum Beispiel oder das Wachtelei (am Kalbsbeuschel). Aber wir wollen niemandem seinen Stil vorschreiben. Und die Taube, die aus dem schönen Pielachtal nach Melk geflogen ist, schmeckt dann doch sehr gut und auch an ihrer Begleitung durch Rote Rüben-Mousse und Mohngnocchi findet man Gefallen. Kleine, gar nicht üble Weinauswahl.

Das zentral in unmittelbarer Nähe der kleinen Fußgängerzone gelegene Haus bietet alles, was der Durchreisende für eine Nacht braucht. Einen längeren Aufenthalt wird er hier wahrscheinlich nicht einplanen.

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Tom’s Restaurant Gertrude Wallner

Dieses kleine Restaurant genießt unter Gourmets zu Recht einen guten Ruf. Am Hauptplatz der Kleinstadt gelegen, wirkt es etwas in die Jahre gekommen, im Sommer sitzt man aber auf der Terrasse sehr angenehm. Aus der kleinen, exquisiten Karte machte der Dialog von der Gänseleber mit Mohn und Holunderblüte neugierig. Er stellte sich als geradezu sensationell stimmige Vorspeise heraus. Die Gänseleber-Crème-brûlée mit dem Mohnkuchen genial, Gänseleber in Holunderblütengelee mit Nougat und Gänseleberkugel großartig. Die Rahmsulz von Waldviertler Räucherfischen versprach allerdings mehr, als sie hielt. Während die Räucherfischmousse mit den knackigen grünen Spargelspitzen sehr gut gelang, war die Fischterrine mit Pumpernickel etwas gewöhnungsbedürftig. Aus dem kreativen Bereich kam eine besondere Empfehlung: wunderbar abgestimmte Calamari mit Tomaten und Chorizo, dazu geröstetes Weißbrot. Herrlich zart gebraten mit Zwiebel-Senf-Mousse und Topfengalette der Lammrücken, der an Harmonie mit seinen Beilagen kaum zu überbieten war. Zum Dessert wurden Wachauer Marillenpalatschinken mit Schokofondue serviert – kein kreatives Feuerwerk, aber unwiderstehlich gut. Für ein Restaurant dieser Art kann die abgegriffene Weinkarte nicht mithalten und bräuchte eine deutliche Überarbeitung.

im Hotel Stadt Melk

Das dominierende Hotel am Hauptplatz mit seinem blumengeschmückten Balkon befindet sich nicht nur in guter Lage, es ist auch Ausgangspunkt für alle möglichen Aktivitäten im Weltkulturerbe Wachau mit seiner landschaftlichen Schönheit. Alle Zimmer mit der heute üblichen Ausstattung bieten einen ansprechenden Ausblick auf die Altstadt und die alte Pfarrkirche. Am so genannten Tor zur Wachau gelegen, erkundet man diese einmalige Fluss- und Weinlandschaft per Rad, Schiff, zu Fuß oder per Auto und kommt am Abend wieder gerne zurück, um die gute Küche zu genießen.

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