Feiner Räucher- und Graved Lachs, würzige Räucherforelle, Forellenlaibchen, Forellenmaki und eine frische Edelfischsulz mit Kürbiskernpesto: Schon der Vorspeisenteller beim Kulmer führt mustergültig vor, wie man aus der (Selbst-)Beschränkung Vielfalt erzeugt. Seit jeher wird in diesem Haus in erster Linie selbst gezüchteter Fisch serviert, und dazu fällt Patron Franz Kulmer noch immer eine Menge ein. Zu den in Sojasauce roh marinierten Lachswürfeln etwa gab es eine köstliche, intensive Sauce aus Koriander, Sesam und Parmesan: überraschend und sehr gelungen. Das Lachsforellencarpaccio mit Olivenöl wurde vom intensiven Limonenaroma aromatisch fast erdrückt, um etliches sensibler fiel der Gewürzeinsatz beim Klassiker, Kulmers Fischsuppe mit zarter Koriander- und Zitronengrasaromatik, aus. Bei den Hauptgerichten bestachen sowohl eine perfekte Forelle blau als auch die zarten Forellenfilets mit etwas Knoblauch und Ingwer. Üppig portioniert kamen die Desserts auf den Tisch: eine sehr süße Schokolademousse, frisch-rahmige Joghurt-Topfen-Nockerln auf ungesüßtem Beerenspiegel, ein tolles Zitronensorbet. Erfreulich: die sehr kompetente Weinberatung.
Forellen-Kulmer Franz Kulmer
Man hat zwar schon um 1722 mit der Fischzucht begonnen, doch erst in den vergangenen zehn bis 15 Jahren wurde der Kulmer zur Qualitäts-Trademark für (Lachs-)Forellen höchster Güte, die in ganz Österreich sowie den angrenzenden Ländern mit Freude verspeist werden. Kaum zu glauben, dass täglich durchschnittlich zehn Tonnen Fisch verarbeitet werden und trotz dieser Menge jede Forelle einen unvergleichlich zart-fleischigen, natürlichen Geschmack aufweist. Aus dem einstmals einfachen, kleinen Fischgasthaus ist im Laufe der Zeit ein geschmackvolles, fast schon elegantes Restaurant geworden, das unter anderem aus einem begehbaren Weinverkostungsraum, einem hellen Wintergarten und der stilistisch geglückt zwischen Alt und Neu pendelnden Gaststube besteht. Im Großen und Ganzen immer noch ein reiner Familienbetrieb, bietet man neben der klassischen Zubereitungsweise der Forelle nach Art des Hauses (gebraten und mit zerlassener Butter) auch Modernes wie Maki, Sashimi, Laibchen mit Chili-Chutney oder Sülzchen mit Koriander-Kernöl-Pesto an. Die Desserts sind brav, das glasweise Weinangebot könnte ein Upgrading vertragen, doch eigentlich fährt hier ja jeder wegen der Forellen her.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Kommentare werden geladen...