Der Staribacher war vor nicht allzu langer Zeit ein kleines Ausflugsgasthaus, heute steht am Fuß des Kogelbergs ein mächtiges Wellness- und Seminarhotel. Mit dem ganzen Betrieb ist auch die Küche mitgewachsen – quantitativ wie qualitativ. Dabei spricht es für gesundes Selbstbewusstsein, dass die Klassiker des Hauses – Backhendl und Kardinalschnitte – noch immer den gleichen Stellenwert genießen wie seinerzeit. Zu Recht, wie unser Besuch zeigte. Das Backhendl unter perfekt goldener Panier war saftig und zart, die Kardinalschnitte, wie sich das gehört, zugleich üppig und duftig. Aber auch die nicht ganz so strenge Tradition hat es in sich: Mit größter Selbstverständlichkeit finden sich etliche heimische Klassiker auf der Karte, sachte adaptiert und in bester Qualität ohne Chichi umgesetzt. Toll mariniert kam das Tafelspitzsülzchen auf den Tisch, und das zart schmelzende Kalbsbries mit Blattsalat war ein schönes Stück Glück für Innereienliebhaber. Fein, dass etliches – vom Steak bis zur Forelle – aus regionaler Produktion stammt. Bemerkenswert: die kundige, freundliche Weinberatung. Es lohnt sich, nach offenen Spezialitäten zu fragen.
Staribacher Hannes Sinner
Der Staribacher mausert sich schön langsam vom durchschnittlich guten Hotel- und Ausflugsrestaurant zu einer der besten gastronomischen Anlaufstellen der Südsteiermark. Gewiss, in den sehr unterschiedlich eingerichteten Räumlichkeiten dominieren jene Gäste, die auf ein erfreuliches Backhenderl mit Vogerlsalat oder ähnliche Klassiker vorbeischauen. Wir ziehen es hier allerdings vor, die Küche etwas mehr zu fordern, was sich zuletzt beim preislich attraktiven Viergang-Degustationsmenü wirklich lohnte: Nach feinem Basilikum- und Kürbiskernaufstrich, Vulcanoschinken und einer getrüffelten Salami sowie einem kleinen Schweinsbrüsterl mit Gewürzkruste und Kraut als Amuse bouche sorgte das zweierlei Tatar vom Lachs mit Avocados in Honig-Dijonsenf-Sauce für ein optisch höchst gelungenes, aromatisches Ereignis. Als geniale Idee stellte sich das erfrischende Petersilieneis in der Cremesuppe von der Petersilienwurzel heraus. Und als uns der trotz vollen Hauses sehr umsichtige Service zum Lammrücken mit gegrilltem Gemüse eine Stiegelmar'sche Cuvée 2003 aus der Magnumflasche glasweise offerierte, fühlten wir uns rundum glücklich. Es sei nicht verschwiegen, dass beim Staribacher auch den Desserts – erstaunlich leichtes Kokossoufflé mit heißen Himbeeren und Ananaseis – gebührende Aufmerksamkeit gezollt wird.
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet
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