Anders als viele Lokale im steirischen Weinland wirft sich der Moosmann nicht in Gourmetpose und versucht auch gar nicht chic zu sein. Er ist ein Hort der Hausmannskost. Aber erstens wollen auch Zwiebelrostbraten und Backhendl ordentlich gemacht sein – Letzteres gelingt hier besonders knusprig. Zweitens ist allein schon der Blick über das Saggautal einen Abstecher wert. Und drittens lässt sich hier, wenn gerade Saison ist, der Reichtum der steirischen Wälder in Gestalt von Wild und Pilzen im Überschwang genießen. So freuten wir uns über eine handwerklich perfekte Wildterrine (das Pastetenmachen ist eine heimliche Leidenschaft des Patrons). Klassisch und sehr zart der Rehbraten mit Preiselbeersauce und Pilzen, Apfelrotkraut und Semmelknödeln. Das flambierte Pfeffersteak nach Art der Chefin war von vorbildlicher Fleischqualität, serviert mit Pommes frites und üppiger Rahmsauce. Und natürlich gibt es auch richtige Palatschinken – flaumig, süß, ergiebig.
Moosmann Alfred Moosmann
Schlagobers bestimmte die Speisenfolge auf der schönen Terrasse dieses attraktiv gelegenen Wirtshauses. Schlagobers in der Forellensuppe, die eher nach Wein und Einbrenn als nach Fisch duftete. Geschlagenes Obers im Apfelsalat und mit Preiselbeeren. Beides auf einem Teller mit einer deftigen, schön gearbeiteten Wildterrine. Obers in der Sauce des Rehgeschnetzelten. Zartes Wild, aber die Sauce schmeckte durch die überreichlichen Preiselbeeren zu süß. Statt der angekündigten Pilze waren außerdem lediglich Champignons mit gebraten worden. Riesengroß die Salatschüssel mit Thunfisch, Oliven und viel Zwiebel. Zart, flaumig und hauchdünn ist die Marillenpalatschinke gebacken worden – und sogar ohne Schlag.
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